
Endlich ist es soweit. Mein Backpack ist gepackt, und mein Bauch ist voller Aufregung. Ich kann es kaum erwarten heute Nachmittag nach NZ zu fliegen. Ich werde mit Franzi, Freddy, Campervan und Backpacks auf der Südinsel Neuseelands reisen. Geplant ist wandern, quatschen und Land und Leute kennen lernen.
Hiermit lege ich auch den Grundstein für mein Reise-Logbuch. Ich hoffe ich finde Zeit und Möglichkeiten um mein Blog zu aktualisieren - 39 Tage liegen vor mir. Heute geht es erst mal nach London wo ich und Franzi eine Nacht verbringen werden, bevor unser Hauptflug uns nach Auckland - über Hong Kong und Melbourne - bringen wird.
Nach beinahe zwei Tagen Aufenthalt dort geht es dann endlich nach Christchurch auf die Südinsel zu Freddy :) Nach drei Monaten werde ich sie endlich wiedersehen. Das wird das erste Highlight meiner Reise. Drückt mir die Daumen, dass alles gut läuft.
16.02.2011
Nach ueber 25 Stunden Reisezeit sind Franzi und ich endlich im Auckland angekommen. Durch unsere fruehe Ankunftszeit (5am) konnten wir noch nicht in unser Zimmer einchecken. Trotz der Uebermuedung haben wir uns zur Downtown-Auckland begeben und nach einem Fruehstueck ausschau gehalten. Dabei ist das erste Drama unserer Reise passiert. Franzi hat ihr Portemonaie verloren! Fuehrerschein, Ausweiss, Visakarte etc. alles weg.
Eingentlich schien es ein gemuetlicher Morgen zu werden. 20 Grad Celsius, kaum Leute auf der Strasse, entspannte Stimmung... Seitdem sind wir saemtliche Wege abgelaufen, haben in alle Muelleimer geguckt und in zich Geschaeften nachgefragt. Trotz dieses Dramas fuehlt sich alles noch irgendwie gedaempft an - zumindest fuer mich. Durch den wenigen Schlaf (ca.3h waehrend des Fluges) ist mein Kopf wie in Watte gepolstert. Rational checke ich die Situation und des Ausmass halbwegs. Emotional ist alles irgendwie dumpf. Ich sehene mich nach einer Dusche und einem Bett fuer die naechsten Stunden, doch ich weiss das dies gerade nicht erste Prioritaet hat. Franzi ist waehrend ich schreibe bei der Polizeit. Bevor es also ins Bett geht muessen noch saemtlich Dokumente Franzi's gesperrt werden.
Ich haette mir wirklich einen angenehmeren Rutsch in das Reise-Abenteuer vorstellen koennen. Doch es kommt ja bekanntlich meist anders als man denkt. Jetzt heisst es das beste aus der Situation zu machen. Wir werden schon eine Loesung finden wie es weiter gehen kann. Noch ein paar Stunden wach bleiben, nachdenken, beruhigen und dann haben wir hoffentlich die akute Krise ueberstanden. Gut dass wir jetzt erstmal knappe zwei Tage in Auckland haben um das zu klaeren.
Der Fluge an sich sind wirklich gar nicht mal so schlecht gelaufen. Aergerlich war, dass trotz Vorbestellung keine der 4 Mahlzeiten vegetarisch war. So musste ich auf Fisch umsteigen oder meine Naehrstoffe aus Salaten und Desserts zusammenbasteln. Ich bin auch endlich dazu gekommen die Filme Avatar und Eat Pray Love zu sehen. Beide haben mich in meiner Erwartung ueberrascht.Von dem hochgelobten Avatar war ich ziemlich enttaeuscht. Fuer mich war es nicht viel mehr als eine Action-Kriegsfilm. In ziemlicher schwarz-weiss-manier wurden die boesen Menschen und die wilden brutalen Tiere dargestellt. Keine ahnung wie dies auf 3D ausgesehen haette aber inhaltlich fand ichs ziemlich unkreativ. Eat Pray Love hat mich eher andersherum ueberrascht. Ich hatte nach einigen Kritiken einen ziemlichen langweiligen Streifen erwartet. Er war auch wirklich nicht ueberwaelltigend, doch zumindest inspririerend sich genauer mit dem Essen, Spiritualitaet und dem Umgang mit sich selbst auseinander zu setzen. Dramaturgisch war er jedoch nicht besonders gut zusammen geschnitten und ergab daher keine ganz runde Sache.
Unsern Aufenthalt in London hatten wir in einem kleinen verwinkelten Hostel im Stadtinneren. Auf der abendlichen Suche nach etwas zu Essen kamen wir schlussendlich zu einem indischen Restaurant. Preislich schien es in Ordnung und so setzten wir uns in die kalte Nachtluft. Bei der Bestellung fiel uns jedoch auf, dass man bei jeden Gericht fuer den Reis Extra bezahlen musste. Eine Erkenntnis die sich auch spaeter in NZ immer wieder auffrischen sollte. Als wir gehen wollten bot uns der Kellern einen besonderen Deal an und wir sollten fuer einen kleinen Aufpreis eine komplette Mahlzeit erhalten. Eine weile spaeter kamen unsere Teller. Auf diesem ein Flaeche Reis und ein Klecks Sosse in der Mitte. Nicht ganz das was wir von den "Berliner-Indern" gewoent waren. Normalewrweise hatten wir schwierigkeiten eine Mahlzeit fuer zwei alleine zu verdruecken. Als dann Franzis Teller sich als ein anderes Gericht rausstellte - welches ihr zudem viel zu scharf war - wollte sie ihre Bestellung annulieren. Das gestattete ihr der Kellner nicht und bestand darauf einen neuen Teller dieser Miniportion auszuliefern. Es kam zu einigen unschoenen Wortwechseln die damit endeten, dass der Kellner Leute andere Gaeste anspach ob die Preisleistung gerechtfertigt sei oder nicht. Schlussendlich blieb uns dieses wenige Essen schwer im Magen liegen und ich gestand Fanzi beim nachsten Mal die Restauratwahl zu.
Nach unseren zwei Tagen in Auckland ging es dann endlich nach Christchurch zu Freddy und es war einfach wunderbar! Endlich waren wir wieder zusammen und eine fantastische Reise sollte vor uns liegen. Freddy zeigte uns die Stadt und wir holten - am zweiten Tag - unseren Campervan ab. Es war ein Dreisitzer der den Spitznamen HULK hatte. Natuerlich war dieses gruene Monster gross auf unseren Van gesprueht. Wir machten uns also fertig fuer unseren Trip und fuhren zu Pack`n Save - einem riesigen Supermarkt. Kurz bevor wir mit dem Einkauf fertig waren fing ploetzlich die Boden an zu beben. Als wuerde jemand einem den Tepich unter den Fuessen hin und her reissen. Die Konserven neben mir - vor allem die Glasflaschen in dem ca. 5m hohen Regal fielen aus den Faechern und verwandelten den Boden zu einer roten Matschlandschaft. Freddy und Franzi waren ein paar Meter hinter mir und schnell aus dem Gebaeude geflohen. Ein Alarm schellte und einige Lampen krachten von der Decke. Ich konnte das Ausmass noch nicht wirklich begreifen und machte mich relativ gemuetlich aus dem Supermarkt. Dort hatte sich die Strasse gegen den Buergersteig gehoben und Wasser spritzte aus einigen Loechern der Strasse. Ich begraf das dies etwas ersthaftes gewesen war. Menschen um uns weinten, waren entsetzt und ich bemekte all die Sosse an meinen Beinen und meiner Hose. Kurz dachte ich an Blut, doch es war natuerlich nur Sosse. Gut das wir den Van hatten, wir machten uns - mit fast leerem Tank - ohne Essen auf den Weg zurueck ins Hostel. Alles staute sich und wir waeren 10mal schneller zu Fuss gewesen. Die Haeuser die wir passierten waren ganz oder teilweise eingerissen. Schornsteine waren abgefallen, Mauern umgestuerst. Wie bei Modell-Haesern konnte man in die Wohnungen gucken. Es wirkte wie im Film. Die Strasse unseres Hostels hatte es besonders hart getroffen. Der Buergersteig an welchen wir noch am Vortag entlanggegangen sind, der ATM... alles unter einem Haufen Steinen begraben. Zum Glueck war im Hostel nichts ernstaftes passiert.
Um uns zu erholen gingen Freddy und ich in den Van und erlebten die ca. 25 Nachbeben relativ sicher. Es fing an zu regen und die Nacht wurde zu einer langen und unruhigen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass diese Erdbeben mehr als 166 Menschen ihr Leben kosten sollten.
Meine Verzoegerung in den Blogeintraegen hat sicherlich auch mit diesem Ereignis zu tun. Aber ich werde versuchen bald wieder die versauumten Tage nachzuholen.
09.03.2011
Aus Zeitgründen werde ich mein "Online-Reise-Logbuch" vermutlich nicht mehr vervollständigen. Dafür verweise ich auf Freddy's Beschreibungen die ungefähr an diesem Zeitpunkt fortsetzen: