Die letzten Tage haben mir gezeigt wie inspirierend das Lesen von Zitaten sein kann. Dabei bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass es wirklich eine Frage der Zeit ist, die man sich dafür gibt. Wenn ich am Bahnhof Friedrichstraße stehe, in der Mitte von Menschen, und auf der Werbeanzeige ein Zitat sehe, lese ich es mir meistens kurz durch und denke „stimmt“ oder „was für ein Unfug“. Ich suche die „like“ und „dislike“ Bottons, welche ich von Facebook gewöhnt bin. Moment, auf Facebook gibt es ja gar keinen „dislike“ Button. Dafür kann man aber ein „like“ fieserweise wieder durch ein „unlike“ für jeden sichtbar verschwinden lassen.^^
In den Momenten, in welchen ich unter Stress stehe ist mir sowas zu kompliziert. Ich will mich klar und schnell entscheiden, um zu meinem Ziel zu kommen - Ja, Nein, gut, hmm. Wie eine Maschine verarbeite ich die Eindrücke nach Binärcodes 1-0-1-0-0-0. Wusstet ihr dass eine Entscheidung in der Informationstechnik - also 1/0 - ein Bit heißt? Um also nun den Speicherplatz für einen 5Mb großen Musiktitel zu belegen muss sich die Technik bereits 42 Mio. Mal entscheiden. Das ist so als würde man für das eine Lied 1.000 Supermärkte abklappern und sich bei jedem ihrer durchschnittlich 40.000 Artikel fragen, ob man es wirklich mitnehmen will. In unserem Alltag sind wir vor zu viele Entscheidungen gestellt, als dass wir alle sorgfältig treffen könnten. Meistens machen wir es uns auch noch selbst schwerer, indem wir immer mehr Kaufen. Klamotten, Bücher, Musik, Filme und Dinge wie Massagematten... Entweder wir lieben es uns zu entscheiden, oder wir können einfach nicht nein Sagen.
In den Momenten, in welchen ich unter Stress stehe ist mir sowas zu kompliziert. Ich will mich klar und schnell entscheiden, um zu meinem Ziel zu kommen - Ja, Nein, gut, hmm. Wie eine Maschine verarbeite ich die Eindrücke nach Binärcodes 1-0-1-0-0-0. Wusstet ihr dass eine Entscheidung in der Informationstechnik - also 1/0 - ein Bit heißt? Um also nun den Speicherplatz für einen 5Mb großen Musiktitel zu belegen muss sich die Technik bereits 42 Mio. Mal entscheiden. Das ist so als würde man für das eine Lied 1.000 Supermärkte abklappern und sich bei jedem ihrer durchschnittlich 40.000 Artikel fragen, ob man es wirklich mitnehmen will. In unserem Alltag sind wir vor zu viele Entscheidungen gestellt, als dass wir alle sorgfältig treffen könnten. Meistens machen wir es uns auch noch selbst schwerer, indem wir immer mehr Kaufen. Klamotten, Bücher, Musik, Filme und Dinge wie Massagematten... Entweder wir lieben es uns zu entscheiden, oder wir können einfach nicht nein Sagen.
Als Zeichen von Depression gilt es, wenn man sich nicht mehr entscheiden kann und beispielsweise minutenlang vor einem Schokoregal steht. Ist es nicht eigentlich ganz natürlich, dass ein andauernd überforderter Mensch depressiv wird? Ist es nicht manchmal besser zu sagen ich weiß es nicht, wenn man es nicht weiß? Das sind Fragen die mir gerade durch den Kopf gehen und ich kenne keine Antworten darauf. Ich habe mir nur vorgenommen, die Anzahl meiner Entscheidungen so gering wie möglich zu halten. Dafür schotte ich mich auch gerne ab und spreche Binärsprache. Ich weiß es ist nicht die ideale Lösung, aber meine Umwelt akzeptiert nun mal häufig kein „vielleicht“ und „ich weiß nicht“ als Antwort. Ich erinnere mich an ein halbstündiges Gespräch mit einem Promotor von „Brot für die Welt“. Nachdem ich ihm „en detail“ zugehört hatte und gehen wollte, ließ er mich einfach nicht und wurde verärgert. Schlussendlich sagte er und ich zitiere: “hättest doch gleich sagen können, dass de nix spenden willst“
Damit wäre ich auch schon wieder bei meinem Ausgangsthema angekommen, den Zitaten. Einige von denen sind wie Brühwürfel. Gibt man ihnen das richtige Medium und genügend Zeit verwandeln sie das heiße Wasser zu Suppe. Manche Zitate jedoch sind eher wie Eiswürfel. Zwar verwandeln sie das heiße Wasser auch, jedoch nicht zu Suppe, sondern kaltem Wasser. Manchmal weiß man nicht ob ein Zitat nun ein Eiswürfel ist, oder ein Brühwürfel. Solange das Wasser - also der Kopf - noch warm ist, ist beides kein Problem. Ein Eiswürfel allein tut einem geheizten Topf/Kopf keinen Schaden an. Außer man schüttet gleich ganze Eisfächer voll hinein. Aber meistens weiß man zuvor wo sich die Eiswürfel und Brühwürfel jeweils befinden. Man muss sich vor allem das richtige Küchenregal sprich - Themen und AutorInnen - aussuchen. Da jeder vermutlich in irgendeiner Form Vorbilder und/oder Interessensgebiete hat, kann man hierbei nicht viel falsch machen. Wenn man einmal die Suppe erzeugt hat, sollte man keine weiteren Brühwürfel/Eiswürfel hinzugeben. Jetzt fängt der eigentliche Spaß an! Wir holen weiter Zutaten zur Kochstelle und kreieren rein nach Bauchgefühl ein neues Rezept. Dabei ist das regelmäßige Kosten beim Kochprozess unerlässlich. Konkret heißt dies, dass man sobald man von einem Zitat angeregt wurde anfangen sollte die Gedanken weiter zu spinnen. Wie eine Spinne kann man nun aus den Fäden ein verwobenes Netz bauen. Dabei bietet sich das hinzunehmen von Papier und Stift an. Es stützt das Gedankenmuster und konserviert dein Spinnennetz. Wenn man will, kann man auch direkt nach der Inspiration anfangen 'linear' zu schreiben, doch bietet das Zögern und Reflektieren über die Grundpfeiler des Textes einem die Möglichkeit seine Gedanken zu essenzieren. Es ist immer ein Abwägen, wie bei beim „Kreativ-Kochen“. Passt Koriander zu Ingwer, Kohl zu Kohlrabi und Bier zu Wein oder lass ich das doch lieber sein? Nur das Experimentieren hilft dies herauszufinden. Ich persönlich orientiere mich an meinem Geschmack. Koche ich jedoch für andere und kenne ihren Geschmack, so passe ich das Rezept gerne individuell an. Trotzdem gibt es auch Grenzen, so koche ich nur ungern etwas, was ich nicht selbst essen würde. Dies liegt vor allem daran, dass ich meines Wissens über keine telepathischen Fähigkeiten verfüge, mich aber zu gerne mit anderen zusammen über das Essen freue. Ich konzentriere mich daher lieber auf die Sachen die ich bereits kann und solche, die ich noch lernen möchte. Ich bevorzuge „Win Win“ und „Win Loose“ Situationen. Mit „Loose Loose“ Situationen kann ich nicht viel anfangen, denn was mache ich, wenn der/dem Bekochten mein ‚inauthentisches Essen‘ nicht schmeckt? Sage ich dann: ich weiß, mir auch nicht?
Schlussendlich fasse ich zusammen, dass ich nicht geben kann, was ich nicht habe, es aber trotzdem alltäglich 'vortäusche'. Mit jeder inautentischen Handlung erfülle ich zwar nicht meine innersten Ideale, doch gebe ich mir Raum, um diese an anderer Stelle auszuleben. Ich denke dies ist kein ungewöhnliches Konzept. Es ist vielmehr ein Selbstschutz, da ich nicht immer mit jedem Menschen in jeder Situation empathisch sein will. Ich glaube dass es auch nichts bringen würde, wenn ich dies änderte und jede Entscheidung folglich auf die Ideologienwaage legen würde. Nach meiner Selbsteinschätzung wäre ich dazu auch gar nicht in der Lage. Selbst wenn ich es wäre, dann würde ich vermutlich aus der Masse positiv oder negativ rausstechen. Ich glaube eine solche Polarisierung birgt viele Gefahren. Vermutlich ist es besser ein Teil der Wellen zu sein, als derjenige/diejenige, der/die diese auslöst. Alleine hat niemand die Macht irgendetwas zu verändern. Man braucht immer Mitstreiter. Erst dadurch, dass man am Rande von Gruppen mitschwimmt und guckt ob die Richtung stimmt, ist man halbwegs vor den Gefahren der Macht gefeit. Denn wer sich ans Steuer der Macht begibt wird schnell blind für das was sich in der Kajüte abspielt. Denn Macht ist ein Diskurs und nur derjenige/diejenige der/die mit diesem mithalten kann hat sie verdient. Ist er/sie zu langsam und will das Steuer nicht abgeben kann sich eine Tragödie entwickeln. Gewalt ist vorprogrammiert. Es ist ganz normal, dass man als Macht Innehabende/r in einer erschwerten Situation ist, wenn man nicht von egozentrischer Natur ist. Stellen wir uns mal kurz ein Auto vor, welches durch die Welt fährt. In ihm sitzen der Fahrer mit der Steuermacht und die Beifahrerin mit der Karte. Hinten 3 spielende Kinder. Das Wetter ist schlecht, es regnet und sie sind die Strecke noch nie gefahren. Der Fahrer ist schnell entnervt, da es bei diesen Voraussetzungen so schwer ist die Orientierung zu behalten. Zudem sind die Kinder auf den Rücksitzen ungeduldig und unruhig. Die Frau an der Karte kann gemutlich navigieren. Wer hat hier die größere Macht? Es ist ein Irrglaube, dass eine Person absolute Macht haben kann. Oft ist es so, dass diese abhängiger von anderen ist als umgekehrt. Denn niemand kann alles wissen. Es erwarten jedoch viele von ihm/ihr, dass er/sie alles weiß und er/sie muss eventuell auch so tun, um an die Macht zu kommen und/oder an ihr zu bleiben. Schlussendlich wird dem/der Mächtigen vielleicht nichts übrig bleiben, als wie ich vorzutäuschen. Auf wessen Seite lauern größere Gefahren? Wenn ich das Zitat an der Friedrichstraße hastig beantworte, oder wenn eine Galionsfigur einen anflunkert? Sprechen wir nicht alle manchmal Binärcode? 1/0?
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