Schon des Öfteren habe ich gehört, dass die Morgenzeit die beste Zeit sei, um produktiv zu werden. Ganz nach dem Motto: „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Bisher zählen zu meinen größten morgendlichen Leistungen das Zubereiten von Kaffee sowie das Schmieren von Broten. Wirklich besondere und kreative Errungenschaften sind dies offenbar nicht. Auch wenn im Winter die steinharte Butter wirklich lustige Sachen mit dem Brot anstellen kann. Mit diesem Blogeintrag möchte ich dem Phänomen der Morgenmattheit ein Schnäppchen schlagen. Deshalb musst du damit rechnen, dass dieser Eintrag unter besonders ungünstigen Voraussetzungen entstanden ist. Ein wenig Mitleid wäre dazu angebracht. Nein, aber mal im Ernst, ein Blogeintrag ist doch kein Wettbewerb, es gibt ja schließlich nur ca. 200 Mio. andere Blogs auf der Welt. Ok, die Auswahl ist riesig, doch sind die anderen Blogs wirklich meine KonkurrentInnen? Fakt ist: man kann nicht alle Blogs auf der Welt lesen. Also wird nur eine bestimmte Anzahl gelesen. Fakt ist aber auch: den Blog schreibt man über sich und somit ist vor allem wichtig wie wohl man sich beim Schreiben fühlt. Wenn überhaupt ist die eigene Authentizität von Bedeutung und diese ist von den anderen Blogs unabhängig. Diese Erkenntnis beruhigt mich ein wenig. Aber Moment, ist mein Blog eigentlich authentisch geschrieben? Laut Wikipedia bedeutet Authentizität, dass das Handeln einer Person nicht durch externe Einflüsse bestimmt wird, sondern aus der Person selbst stammt. Da haben wir den Salat! Ich kann nicht sagen, dass meine Einträge nicht durch externe Einflüsse bestimmt wurden. Lese ich jedoch im Wiki-Artikel weiter, erfahre ich, dass ich demnach zumindest authentisch inauthentisch geschrieben habe. Ob das nun noch irgendjemanden interessiert? Ich bin offenbar noch nicht mal der eigentliche Autor von meinen eigenen Texten, wie gruselig ist das denn? Ich hoffe mal du als LeserIn hast mich jetzt noch nicht völlig abgeschrieben. Denn das letzte was ich unter dieser Ausnahmesituation gebrauchen könnte, wäre dich zu verlieren. Zwar ist es auch was Schönes nur für sich selbst zu schreiben, doch würde dies nur halb so viel Freude bereiten. Es wäre, als würde der Vogel auf Wurm-Jagd nur aus Liebe zum Fliegen jagen. Ich möchte hiermit nicht unterstellen, dass du der Wurm bist und ich der Vogel, schließlich möchte ich dich weder fressen noch verletzen. Passender ist vielleicht die Metapher des Vogelbabys vom Jagdvogel. Ich möchte den erbeuteten Wurm gerne zu unserem Nest bringen, damit du ihn verspeisen kannst. Wenn niemand in der Brutstätte ist, dann könnte ich den Wurm freilich auch selbst essen. Das Problem ist jedoch, dass ich Vegetarier bin. Ok, das passt nun definitiv nicht mehr in unsere Allegorie. Für den Text musste ich auch niemanden töten, damit dies auch klar ist. Ich möchte nicht dass hier der Eindruck entsteht, dass ich um eine einstellige Zahl an Leserinnen zu erreichen über Leichen gehen würde.
So, der Morgen hat mich mittlerweile völlig von meinem Weg abgebracht, ich wollte eigentlich über fröhliche Dinge schreiben und nicht über Leichen und Würmer. Vor allem nicht, wo wir doch alle heute ins neue Jahr rutschen. Ich kann mich nicht erinnern, in welchem Jahr man dies so wortwörtlich nehmen konnte wie in diesem. Auf meinem Mantel kann man schon deutlich die Spuren von dem Bereich sehen, auf welchen ich mich schon mehrfach unfreiwillig ‚gesetzt‘ habe. Die Bürgersteige sind so verdammt glatt. Ich rutsche schon seit Wochen ins neue Jahr! Ich bin froh, wenn ich endlich angekommen bin. Ich habe eigentlich kein Problem damit die Welt wieder aus den Augen eines Kindes zu sehen, doch das Krabbeln auf allen Vieren ist bei dieser Kälte wirklich unerträglich. Was macht eigentlich der Vogel im Winter? Er fängt sicherlich seine frühen Würmer in wärmeren Gefilden. Vielleicht in Neuseeland. Dort macht das Krabbeln bestimmt immer noch Spaß. Glücklicherweise, für mich, kann ich in 1 ½ Monaten dies gleich mal ausprobieren. Nach der Philosophie des Zugvogels werde ich, etwas verspätet, mein Winterquartier aufsuchen. Ich freue mich schon so sehr auf Hobbington, Rivendell und Rohan. Endlich werde ich Hobbits, Elfen… Moment… das ist doch Quatsch! Natürlich sind dies alles nur romantische Erfindungen von Tokien. Trotzdem, die Bilder von der Filmtrilogie der Herr der Ringe sind einfach bezaubernd. Wenn es nur ansatzweise so ist wie von Peter Jackson abgebildet, kann ich gar nicht enttäuscht werden. Zugegebenermaßen gibt es auch eine Person in Neuseeland, auf die ich mich noch mehr freue, als auf alle etwaigen Hobbits, Zwerge und Elfen zusammen. Die Zeit ohne sie war bislang eine größere Herausforderung als zuvor vermutet. Seitdem wir uns vor 2 Jahren kennen gelernt haben, haben wir ununterbrochen fast jede freie Stunde verbracht. Unsere Zweisamkeit wurde zur Normalität und mir fiel gar nicht auf, wie unselbstständig ich alleine geworden war. Jede Kleinigkeit habe ich mit ihr besprochen. Welche Klamotten am besten zueinander passen, was ‚Wir‘ über bestimmte Dinge und Personen denken und vieles mehr. Jetzt sitze ich hier vor meinem Laptop und schreibe diesen Blog. Ich würde dies sicherlich nicht machen, wenn ich nicht von ihr getrennt worden wäre. Vor allem nicht am Morgen. Trotzdem ist es kein trauriges Bild, vielmehr ist es eine Entwicklung. Auch wenn ich kein Feedback auf meinen Blog bekommen würde, schaffe ich es zumindest mir selbst Fragen zu stellen, die ich ansonsten mit ihr philosophiert hätte. Ich bin überrascht wie hilfreich dies sein kann. Zwar ist das Spektrum und die Tiefe für meine Diskurse durch meine Ich-Grenze begrenzt, dennoch ist es ein Medium, welches auch Vorteile gegenüber dem Gespräch hat. Wie oft habe ich mir in einem Streit schon gewünscht im Dialog zurückspringen zu können? Oft vergesse ich sogar während des Redens meinem Satz und somit was ich eigentlich sagen wollte. Dann werde ich wie eine springende CD, ich wiederhole mich wieder und wieder, bis es irgendwie weiter geht. Wenn ich wütend werde, sage ich Sachen, die ich nicht sagen will. In dem Moment indem sie meine Lippen verlassen, erkenne ich den Fehler, manchmal sogar davor. Es aufzuhalten ist dennoch schwer. Der Umgang mit den resultierenden Verletzungen ist kompliziert. Wir alle wissen, dass Entschuldigungen keine Allheilmittel sind. Sie verhalten sich wie die Wundsalbe zur Wunde. Ob sie wirkt und ob sie aufgetragen wird, liegt nicht in den Händen des ‚Arztes‘. Sie haben zwar meistens das Potential zu heilen, doch Narben lassen sich oftmals dadurch nicht vermeiden. Beim Denken ohne Schrift werde ich auch oftmals ziemlich hart zu mir selbst, ich verletze mich und kreise in Gedanken ohne der Lösung näher zu kommen. Passiert mir dies beim Schreiben, dann kann ich es zumindest einfacher reflektieren. Ich kann sogar von Außenstehenden Hinweise bekommen. Wie oft erzähle ich im Alltag ein und dieselbe Story wieder und wieder, bis ich sie am Ende selbst nicht mehr hören kann? Habe ich euch schon vom frühen Vogel und dem Wurm erzählt?
So, der Morgen hat mich mittlerweile völlig von meinem Weg abgebracht, ich wollte eigentlich über fröhliche Dinge schreiben und nicht über Leichen und Würmer. Vor allem nicht, wo wir doch alle heute ins neue Jahr rutschen. Ich kann mich nicht erinnern, in welchem Jahr man dies so wortwörtlich nehmen konnte wie in diesem. Auf meinem Mantel kann man schon deutlich die Spuren von dem Bereich sehen, auf welchen ich mich schon mehrfach unfreiwillig ‚gesetzt‘ habe. Die Bürgersteige sind so verdammt glatt. Ich rutsche schon seit Wochen ins neue Jahr! Ich bin froh, wenn ich endlich angekommen bin. Ich habe eigentlich kein Problem damit die Welt wieder aus den Augen eines Kindes zu sehen, doch das Krabbeln auf allen Vieren ist bei dieser Kälte wirklich unerträglich. Was macht eigentlich der Vogel im Winter? Er fängt sicherlich seine frühen Würmer in wärmeren Gefilden. Vielleicht in Neuseeland. Dort macht das Krabbeln bestimmt immer noch Spaß. Glücklicherweise, für mich, kann ich in 1 ½ Monaten dies gleich mal ausprobieren. Nach der Philosophie des Zugvogels werde ich, etwas verspätet, mein Winterquartier aufsuchen. Ich freue mich schon so sehr auf Hobbington, Rivendell und Rohan. Endlich werde ich Hobbits, Elfen… Moment… das ist doch Quatsch! Natürlich sind dies alles nur romantische Erfindungen von Tokien. Trotzdem, die Bilder von der Filmtrilogie der Herr der Ringe sind einfach bezaubernd. Wenn es nur ansatzweise so ist wie von Peter Jackson abgebildet, kann ich gar nicht enttäuscht werden. Zugegebenermaßen gibt es auch eine Person in Neuseeland, auf die ich mich noch mehr freue, als auf alle etwaigen Hobbits, Zwerge und Elfen zusammen. Die Zeit ohne sie war bislang eine größere Herausforderung als zuvor vermutet. Seitdem wir uns vor 2 Jahren kennen gelernt haben, haben wir ununterbrochen fast jede freie Stunde verbracht. Unsere Zweisamkeit wurde zur Normalität und mir fiel gar nicht auf, wie unselbstständig ich alleine geworden war. Jede Kleinigkeit habe ich mit ihr besprochen. Welche Klamotten am besten zueinander passen, was ‚Wir‘ über bestimmte Dinge und Personen denken und vieles mehr. Jetzt sitze ich hier vor meinem Laptop und schreibe diesen Blog. Ich würde dies sicherlich nicht machen, wenn ich nicht von ihr getrennt worden wäre. Vor allem nicht am Morgen. Trotzdem ist es kein trauriges Bild, vielmehr ist es eine Entwicklung. Auch wenn ich kein Feedback auf meinen Blog bekommen würde, schaffe ich es zumindest mir selbst Fragen zu stellen, die ich ansonsten mit ihr philosophiert hätte. Ich bin überrascht wie hilfreich dies sein kann. Zwar ist das Spektrum und die Tiefe für meine Diskurse durch meine Ich-Grenze begrenzt, dennoch ist es ein Medium, welches auch Vorteile gegenüber dem Gespräch hat. Wie oft habe ich mir in einem Streit schon gewünscht im Dialog zurückspringen zu können? Oft vergesse ich sogar während des Redens meinem Satz und somit was ich eigentlich sagen wollte. Dann werde ich wie eine springende CD, ich wiederhole mich wieder und wieder, bis es irgendwie weiter geht. Wenn ich wütend werde, sage ich Sachen, die ich nicht sagen will. In dem Moment indem sie meine Lippen verlassen, erkenne ich den Fehler, manchmal sogar davor. Es aufzuhalten ist dennoch schwer. Der Umgang mit den resultierenden Verletzungen ist kompliziert. Wir alle wissen, dass Entschuldigungen keine Allheilmittel sind. Sie verhalten sich wie die Wundsalbe zur Wunde. Ob sie wirkt und ob sie aufgetragen wird, liegt nicht in den Händen des ‚Arztes‘. Sie haben zwar meistens das Potential zu heilen, doch Narben lassen sich oftmals dadurch nicht vermeiden. Beim Denken ohne Schrift werde ich auch oftmals ziemlich hart zu mir selbst, ich verletze mich und kreise in Gedanken ohne der Lösung näher zu kommen. Passiert mir dies beim Schreiben, dann kann ich es zumindest einfacher reflektieren. Ich kann sogar von Außenstehenden Hinweise bekommen. Wie oft erzähle ich im Alltag ein und dieselbe Story wieder und wieder, bis ich sie am Ende selbst nicht mehr hören kann? Habe ich euch schon vom frühen Vogel und dem Wurm erzählt?
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