Um meinen Blog etwas übersichtlicher zu gestalten ist auf meiner Homepage nur noch mein letzter Eintrag zu sehen. Über die Label-Archivierung auf der rechten Seite sind ältere Posts aufrufbar :) ààà

Freitag, 31. Dezember 2010

Flori und die grauen Herren



Durch zahlreiche technische Innovationen ist es den Menschen gelungen die abgelegensten Orte für sich unmittelbar zugänglich zu machen. Somit ist uns weder der Mond, noch die Antarktis unzugänglich. Der Urknall dafür ist neben dem Rad vermutlich die Entwicklung der Dampfmaschine gewesen. Diese hat die Bewegungsfreiheit endgültig vom persönlichen Kraftaufwand entkoppelt. Distanzen haben somit an Wert verloren. Mittlerweile muss kein Muskel mehr bewegt werden, um ans andere Ende der Welt zu fliegen. Man ist sogar in der Lage während des Fluges zu essen, einen Film zu sehen und aufs Klo zu gehen. Da stellt sich mir die Frage, ob dies ein Fluch oder ein Segen für uns ist. Unzweifelhaft ist es eine unglaubliche Freiheit überall hin zu kommen, ohne dabei viel Zeit auf das Wie zu verschwenden. Wenn ich jeden Morgen zu meiner Uni laufen müsste, würde ich laut Google über 4h brauchen. Ich hätte allein durch meinen Laufweg den größten Teil meines Tages verplant. Das wäre schlicht und ergreifend unmöglich zu schaffen. Zu Zeiten, in welchen sich die BVG nicht gerade durch Verlässlichkeit auszeichnet, wird mir bewusst wie angewiesen ich auf die heutigen Technologien bin. Ich wäre gar nicht in der Lage mir eine einfache Mahlzeit zu besorgen, würde plötzlich alle Technologie verschwinden. Selbst wenn ich etwas Essbares finden sollte, könnte ich es vermutlich nicht verwerten können, falls es nicht ungekocht genießbar ist. Ich würde mich vermutlich erbärmlicher anstellen als Tom Hanks beim Feuermachen in "Cast Away". Ohne technische Hilfsmittel kenne ich keinen Weg um große Hitze zu erzeugen. Mein Punkt ist: so frei wie erhofft bin ich durch die Technologie nicht. Ich bin sogar regelrecht von ihr abhängig, wie ein Junkie von seinen Drogen.

Das die moderne Bewegungsfreiheit also demzufolge keine absolute Freiheit ist, ist jedoch nichts neues, schließlich sind Lebewesen auch ohne Technologie auf Essen und Trinken angewiesen. Aber noch nie zuvor war der einzelne Mensch so weit von seiner Nahrungsmittelbeschaffung entkoppelt als heute. An die Stelle der wirklichen Grundbedürfnisse sind abstrakte Medien getreten, welche als Grundbedürfnisse proklamiert werden. So beispielsweise das Internet, welches vor kurzem sogar vom Europarat als ein menschliches Grundrecht erklärt wurde Das erschrickt mich irgendwie. Wird bald auch das Fernsehen zum Grundrecht? Ist es das nicht sogar schon? In vielen Teilen der Welt verhungern und verdursten immer noch Menschen und wir halten es für notwendig das Recht aufs Internetsurfen in unsere Gesetze einzuarbeiten. Warum konzentrieren wir uns nicht erst mal auf die lebensnotwendigen Grundbedürfnisse, bevor wir weiter technologisieren? Versteht mich jetzt nicht als Technologiegegner per se, ich denke nur, dass Technologie uns in unserem Alltag helfen sollte, sie sollte jedoch keinesfalls im Mittelpunkt stehen. Ich glaube nicht an Visionen alla "I-Robot" aber wenn wir nicht mehr verstehen wie die Technik funktioniert, die wir verwenden, werden wir zu Sklaven der Technik und einzelnen ExperInnen. Wie funktioniert die Mikrowelle oder der Computer en detail? Ich könnte höchstens Einzelteile austauschen, was genau an einer Platine kaputt ist, kann ich nicht rausfinden. Technik sollte wie die Erziehung von Kindern sein. Sicherheiten bieten, ein Katalysator bei der Entwicklung darstellen und sich schlussendlich selbst entbehrlich machen. Ich bin wirklich ein großer Fan des Internets, ich nutze es für Recherchen, den Kontakt mit der Außenwelt und unendlich viele andere Dinge. Doch wie der Fernseher ist es nichts, was mich wirklich glücklich macht. Meine Handschrift wird von Jahr zu Jahr undeutlicher, ich google mittlerweile fast alles was ich höre und lese nach, auch wenn ich das Ergebnis kenne oder herausfinden könnte, würde ich nur lange genug nachdenken. Ähnlich wie beim Gebrauch des Taschenrechners habe ich mir eine Krücke geschaffen, ohne welche ich nicht mehr in der Lage bin zu gehen. Ich komme mir zeitweise vor wie Momo mit den grauen Herren. Die grauen Herren sind in meinem Fall die Maschinen, die mir versprechen Zeit einzusparen und damit wesentlich effizienter und glücklicher zu werden. Schlussendlich halten sie ihr Versprechen nicht und ich verschwende immer mehr Ressourcen und habe immer weniger Kontrolle über mein Leben. Es wird komplexer und komplexer. Mittlerweile können noch nicht mal die Experten und Hersteller meiner Produkte diese reparieren. Das klingt nach einer Geschichte ohne Happy End. Ich wünschte ich hätte Meister Hora und die Schildkröte Kassiopeia zu meiner Unterstützung. Was wohl auf ihrem Panzer  stehen würde?


Die Frage stellt sich: wie komme ich aus diesem unbefriedigenden Kreislauf heraus? Ich bin ein verflochtenes Teil im System, es gibt keinen direkten Ausstieg. Zumindest keinen den ich kenne. Es wäre ein gesellschaftlicher Selbstmord all seine Sachen und Aufgaben auf zu geben. Zum einen, da die sozialen Kontakte auch im System liegen, zum anderen, da es meines Wissens keinen Platz mehr gibt, an dem völlig autark gelebt werden kann. Jeder Boden ist der Besitz von irgendjemandem und steht darum unter den Gesetzen des jeweiligen Landes und Besitzers. So muss man in Deutschland, und sicher nicht nur hier, selbst die Müllabfuhr bezahlen, wenn man überhaupt keinen Müll produziert. Ohne Geld ist ein Leben in unserer Gesellschaft nicht vorstellbar. Man braucht es für Essen und Trinken, für Kleidung und Obdach, ja, sogar für alltägliche soziale Kontakte braucht man es. Handy, Telefon, Kino, Café, Internetanschluss und Fahrtwege kosten Geld. Für dieses Geld muss man arbeiten oder sich in Arbeitseingliederungsmaßnamen begeben. Es ist pervers, wenn ich so darüber nachdenke. Schlussendlich sehe ich keinen Weg an der Konfrontation mit dem System vorbei. Einen klaren Schnitt wird es nicht geben. Deshalb halte ich es für äußerst hilfreich sich so wenig abhängig vom System und der damit verbundenen Technologie zu machen, als möglich. Dafür muss man vor allem am Konsumrad drehen. Weniger und nachhaltiger Konsum senken langfristig die laufenden Kosten. Selbst wenn die Güter wie Fairtrade- und Bioprodukte, sowie Ökostrom im ersten Moment teurer erscheinen und sicherlich nicht absolut nachhaltig sind, wird man auf lange Sicht viel Geld sparen und Unabhängigkeit gewinnen. Schlussendlich ist der Preis variabel, doch der Wert nicht. Um dies zu veranschaulichen lohnt sich ein Blick in die Physik. Keine Sorge es wird nicht kompliziert. In Newtons Theorie zur Mechanik unterschied er ‚Masse‘ von ‚Gewicht‘. Die Masse ist dabei eine konstante Größe, Gewicht eine variable. So wiegt ein 90kg schwerer Mensch nur 15kg auf dem Mond. Ähnlich verhält es sich mit dem Wert und dem Preis eines Produktes. Orientieren wir uns immer an dem Preis eines Produktes, dann werden wir wohl nie ein wertvolles Produkt bekommen, denn der Preis ist manipulierbar und verschiedensten Umstanden unterworfen. Würden auf einmal alle Menschen aufhören Fertigprodukte zu kaufen, würde der Preis für diese vermutlich rapide sinken, da die Wirtschaft auf den Konsum ausgelegt ist. Es ist so, als würde man einem Drogenabhängigen beim Entzug seine Drogen zu Dumpingpreisen anbieten. Man braucht also auch einen starken Willen und langen Atem, um sich eine relative Unabhängigkeit zu erkämpfen. Eine Stundenblume wie Momo sie hatte gibt es meines Wissens leider nicht. Hilfreicher ist es vermutlich sich an die Weisheiten des alten Beppo zu halten:

"Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss immer nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten." Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: "Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."

5 Kommentare:

  1. Das Geheimnis ist es bei jedem Schritt die Details die sich auf dem Lebensweg finden, also Farben, Formen, Gerüche, Geräusche,und Stimmungen wahr- und in sich aufzunehmen. So wird man nicht blind und taub für das Kleine, Gute, Schöne und Bescheidene, was das Leben uns täglich beschert und die Abhängigkeit von Technologie und Fortschritt tut weniger weh. Oder wie es seinerzeit Saint-Exupéry sagte: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.

    AntwortenLöschen
  2. Ich habe meinen ersten Kommentar erhalten, wie aufregend, danke dir Stefanie! :)

    Ich glaube auch, dass Erfüllungen in den Details des Alltages verborgen sind. Wenn man sich über diese noch freuen kann, dann ist man in gewisser Weise freier, als wenn man sie bereits als normal ansieht und nicht mehr von ihnen überascht wird. Meiner Meinung nach machen erst solche Abstumpfungen einen unfrei. Veränderung und Wandel sind die Nähstoffe des Lebens, diese zu sehen, riechen, fühlen und schmecken machen einen glücklich. Wenn man die Verbindung dazu verliert, geht es einem wie einer Blume, die in einer Vase steckt. Auf kurze oder lange Sicht geht man ein. Das Leben verliert ohne diese Nähstoffe an Bedeutung. Durch die Technologie und die für mich damit verbundene Reizüberflutung ist der einfach klingende Akt des "mit dem Herzen sehens" zu einer komplexen Aufgabe geworden. Zu oft lasse ich mich jeden Tag blenden. Ich sehe irgendwelche Sachen, die ich eigentlich nicht brauche und kaufe sie dann trotzdem. Einfach nur, weil ich sie schön finde. Dabei habe ich schon so viele unglaublich interessante Dinge. Selbst wenn ich mein ganzes Leben lang mich nur noch mit den Büchern, Filmen, Songs etc. pp. beschäftigen würde, würde meine Lebenszeit vermutlich nicht ausreichen, um sie in ihrem Ganzen Vielfalt und Schönheit zu erfassen. Wie oft kann man ein gutes Buch lesen?
    Ist es also überhaupt möglich ganz ohne Kopf dauerhaft glücklich zu werden?

    AntwortenLöschen
  3. Lieber Flo,
    ich denke der Kopf ist das größte Problem des Menschen, was sich mit der Zeit noch verstärken wird. Seit der Urzeit ist der Mensch damit beschäftigt sich mehr und mehr Wissen anzueignen. Und er wird nicht müde ob dieser Aufgabe, denn die Welt gibt mit jedem neu erlangten Wissen auch neue Fragen auf. Die Neugier des Menschen, ebenfalls ein seit der Urzeit stark weiter entwickelter Trieb, lässt es nicht zu, mit diesen Fragen zu leben. Antworten, müssen her, können sie doch zu großen neuen Innovationen verhelfen, ob sie nun nützen oder nicht. Das wir nun dort sind wo wir sind, gefangen in unserem Teufelskreis aus Fortschritt, Technologie und Menschsein, ist das Ergebnis einer Entwicklung deren Grundstein vor Millionen von Jahren gelegt wurde. Und ich würde es mir nicht anmaßen diese Entwicklung positiv oder negativ zu nennen oder zu kommentieren, profitiere ich selbst wohl tagtäglich aus Innovationen, Fortschritt und Technologien deren Ursprung in zwei aneinanderknallenden Feuersteinen liegt. Das der Mensch sich jetzt erst den negativen Folgen bewusst wird, mit denen die Wissens- und Entdeckungsgier quittiert wird, ist natürlich und wird sich niemals ändern. Unser Kosmos besteht nun einmal aus Gegensätzen, jedes Lebewesen darin, insbesondere der Mensch ist von diesen nun einmal beherrscht. Wir kennen Gut und Böse, Richtig und Falsch, Liebe und Hass. Wie würde eine Welt sein ohne diese Gegensätze, ohne ein Stark und ein Schwach, ohne Arm und Reich? Ich glaube nicht, dass diese Welt eine bessere wäre, erst gar nicht eine glücklichere. Auch wenn uns diese Welt so wie sie ist, falsch und rücksichtslos erscheint, so ist sie dennoch das was die Natur jeden Tag wieder erschafft: ein Kampf um das Überleben. Gegensätze sichern den Fortbestand und das Wachstum der menschlichen Intelligenz, ohne die Menschen wie du und ich und Millionen von anderen Menschen auf diesem Planeten nicht leben möchten. Ehrlichgesagt: Wir ziehen unsere geistige Stärke aus dem ärmlicheren Dasein und der mangelnden Intelligenz anderer. Macht uns das glücklich? Ich meine Ja und Nein, ich bin unentschieden was meine Meinung angeht, denn Glück ist etwas was nicht definierbar ist. Für jeden sieht es anders aus, viele Faktoren spielen eine Rolle und geben dem Glück ein Gesicht. Was ich weiß ist, der Dumme und Unwissende ist oftmals der glücklichere Mensch, denn er nutzt die Zeit zum "glücklich sein", ohne ein Leben damit zu verbringen was man zum Glück denn eigentlich braucht. Was dem Menschen helfen könnte, wäre eine Rückkehr zu den menschlichen Instinkten, das Zurückerlangen der Intuition und das Vertrauen in die eigenen menschlichen Stärken um im schneller werdenden Wandel der Zeiten zu bestehen.

    AntwortenLöschen
  4. Ich bleib an deinem Blog dran, Diskussionen dieser Art sind in Zeiten von Facebook und dergleichen sehr erfrischend. Ich selbst habe auch einen Blog, den ich gerade "umbaue". Es mag für dich oberflächlich klingen, aber ich beschäftige mich privat und beruflich sehr viel mit Mode. Nicht, das ich gerne losgehe, meine Kreditkarten überziehe und hinterher gerne über Neuerstandenes plaudere. Ich interessiere mich vielmehr für das, was hinter der Mode steht. Was bewegt Menschen Kleidung zu kaufen und zu tragen, und insbesondere der Weg von der Modezeichnung über den Trend bis zum Kleidungsstück für die Massen. Die Wirkung auf das Verhalten des Menschen beim Tragen von Mode, oder das Verhalten und Schaffen des Designers sind extrem faszinierend. Modeschaffen heisst Menschen zu beobachten, zu verstehen von ihnen zu lernen und ihnen neue Dinge zu vermitteln. Ich mache meine eigene Kleidung und meinen eigenen Schmuck, möchte dieses Jahr mein eigenes Label gründen und selbstverständlich auch damit Geld verdienen. Dabei lege ich mein Augenmerk auf die Wiederverwertung bereits einmal eingesetzter Materialien und schaffe nur Unikate, von denen jedes eine eigene Geschichte hat, ob nun gut oder böse, schön oder traurig. Wenn es soweit ist und alles steht, kündige ich es auf facebook an. Finden kann man es dann aber unter www.herzensglut.de ... passender name, wie ich finde denn man sieht nur mit dem herzen gut, aber jedes Leben braucht eine Leidenschaft, und die meine ist nun mal die Mode.

    Liebe Grüße, Ste

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Stef,
    ich glaube wir haben unterschiedliche Vorstellungen von Kopfarbeit. Ich spreche viel weniger von der Sammlung von Wissen als von einem analysieren der Vergangenheit und der eigenen Handlungen. Meines Erachtens sammelt der Mensch vor allem Wissen, welches wir alltagssprachlich auch oft mit Intelligenz gleichgesetzt. So entwickeln sich viele „Kopf-Messies“. Mein Gefühl ist das viele Menschen Schwierigkeiten haben selber Nachzudenken. Natürlich können sie trotzdem glücklich sein, aber nicht in dem Sinne, wie ich Glück definiere. Ich weiß das es wie bei jedem Begriff unendlich viele Definitionen gibt, doch ich bin davon überzeugt, dass man nicht ‚absolut glücklich‘ sein kann, wenn andere Menschen durch sein Handeln leiden und/oder sterben müssen. Ich würde dies als Verdrängung der Realität ansehen. Ein ignoranter oder von der Realität entkoppelter Mensch kann zwar relativ glücklich sein, aber nicht absolut. Die Folgen daraus sind gravierend, für die gesamte Umwelt. Sein es Tiere, Pflanzen oder die Mitmenschen. Alle drei Sekunden stirbt ein Kind an Hunger, währenddessen wir im Überfluss leben, jeden Tag sterben geschätzte 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Man könnte argumentieren, dass dies natürlich sei und so die Evolution seit Millionen von Jahren funktioniert. Mal ausgenommen, dass in der Evolution wahrscheinlich noch nie eine Art die eigene Population und seine Umwelt so sehr zerstört hat, gibt es im Fall des Homosapiens ein großes Novum: der ‚frei Wille‘. Wir können, sogar müssen entscheiden was mir machen wollen. Ob wir es nun wollen oder nicht. Wir können Behinderte und Kranke in unsere Gesellschaft integrieren oder auch nicht. Du schreibst, dass Gegensätze wie Arm und Reich die Triebfeder unseres Lebens seinen. Wenn ich das richtig interpretiere würde dies heißen, dass man in einer harmonischen Gesellschaft nicht glücklich sein könnte. Ich würde dies in Frage stellen. Vielleicht hast du an die Umsetzungen sozialistischer Gedanken alla UdSSR und DDR gedacht. Ich glaube, dass es wie Schadenfreude kein Grundbedürfnis des Menschen ist sich über die Schwächen des Anderen zu definieren. Es ist vielmehr die Grundlage für Fremdenfeindlichkeit, Angst und Exzesse wie den Holocaust. Ich glaube, dass, wenn das eigene Selbstbewusstsein nicht in einem Selbst verwurzelt ist, sondern in einem Kontrast zu dem Bild der Anderen, dann wird man auch nie frei sein. Wie eine Sucht stopft es nur die Risse im eigenen Ego und verdeckt die wahre Natur des Menschen.

    Wow, das war mal wieder eine langer Kommentar von mir. Ich hoffe mal ich habe dich nicht erschlagen mit meinen Gedanken und Wertungen. Schlussendlich hast du auch recht, wenn du schreibst, dass sich Dualitäten vermutlich nie aufheben lassen. Ist es nicht trotzdem wertvoll zu versuchen eine gerechtere Welt zu schaffen? Mode kann doch auch schön sein, wenn die Schönheit in Details liegt. Man braucht doch auch nicht nur Komplementärfarben und scharfe Kontraste, um Schönheit zu erzeugen oder? Ist nicht die Konstruktion von subtiler Schönheit wesentlich schwieriger und erfüllender? Wie du schon merkst habe ich nicht viel Ahnung von Mode. Ich habe jedoch schon ein paarmal auf deiner Seite flaniert und das ein oder andere gefunden, was mir gefallen hat. Ich glaube nicht, dass Mode zwangsläufig oberflächlich sein muss, bei Designern wie dir, die auf Unikate und Nachhaltigkeit setzten, kann sie sogar einen erstrebenswerten Lebensstil präsentieren. Die Kunst allgemein ist einer der tollsten Katalysatoren von Lebensentwürfen und Philosophien. Danke für deine lange Antwort, ich hoffe es ist ok, dass ich deine Nachricht auf meiner Seite veröffentlich habe.
    Lieben Gruß,
    Florian

    AntwortenLöschen